Was gilt rechtlich als Mobbing am Arbeitsplatz in Deutschland?
Mobbing ist das systematische, wiederholte Schikanieren, Ausgrenzen oder Entwuerdigen eines Arbeitnehmers durch Kollegen oder Vorgesetzte. Einzelne Konflikte reichen nicht aus — es muss sich um ein fortgesetztes Muster handeln. Schutz bieten AGG, BGB und allgemeines Persoenlichkeitsrecht.
Was soll ich tun, wenn ich am Arbeitsplatz gemobbt werde?
Fuhren Sie ein Mobbingtagebuch mit Datum, Beschreibung und Zeugen. Sprechen Sie den Betriebsrat an, nutzen Sie interne Beschwerdestellen (AGG § 13) und wenden Sie sich an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Dokumentation ist der Schluessel fuer spaetere rechtliche Schritte.
Kann ich wegen Mobbing Schadensersatz verlangen?
Ja. Bei nachgewiesenem Mobbing koennen Sie Schmerzensgeld und Schadensersatz nach § 823 BGB verlangen. Voraussetzung ist eine schuldhaft begangene Persoenlichkeitsrechtsverletzung. Bei diskriminierungsbezogenem Mobbing greift auch § 15 AGG (bis zu 3 Monatsgehaelter).
Welche Rolle spielt der Betriebsrat bei Mobbingfaellen?
Der Betriebsrat kann als Anlaufstelle fuer Beschwerden fungieren (§ 84 BetrVG), Gespaeche mit der Geschaeftsleitung fuehren und auf eine Betriebsvereinbarung gegen Mobbing hinwirken. Er kann zwar nicht direkt klagen, aber erheblichen Druck auf den Arbeitgeber ausueben.

Wann ist der Arbeitgeber fuer Mobbing durch Kollegen haftbar?
Der Arbeitgeber ist verpflichtet, Beschaeftigte vor Mobbing zu schuetzen (Fuersorgepflicht § 618 BGB). Unterlasst er nach Kenntnis geeignete Massnahmen, kann er selbst haften. Klagen gegen Arbeitgeber wegen Organisationsverschulden sind moeglich.
Kann ich bei Mobbing krank schreiben lassen und Ansprueche geltend machen?
Ja, mobbingbedingte Erkrankungen (Burnout, Depression) werden als Arbeitsunfaehigkeit anerkannt. Entgeltfortzahlung gilt 6 Wochen. Danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld. Bei nachgewiesener Berufskrankheit koennen weitere Ansprueche bestehen.
Was ist die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS)?
Die ADS ist eine staatliche Beratungsstelle fuer Menschen, die wegen Diskriminierung oder Benachteiligung Hilfe benoetigen. Sie bermaet kostenlos, vermittelt und kann Schlichtungsverfahren einleiten. Erreichbar unter antidiskriminierungsstelle.de.

Wie lange habe ich Zeit, Mobbingklagen einzureichen?
AGG-Ansprueche muessen innerhalb von 2 Monaten nach dem diskriminierenden Vorfall geltend gemacht werden (§ 15 Abs. 4 AGG). Allgemeine Schadensersatzklagen nach BGB verjahren in 3 Jahren. Handeln Sie zeitnah und dokumentieren Sie Vorfaelle sofort.
Wie hilft mir uplaw.ai bei Mobbing am Arbeitsplatz in Deutschland?
Schildern Sie im Chat, was passiert ist — Vorfaelle, Zeugen und bisherige Massnahmen. uplaw.ai hilft Ihnen, eine Beschwerde an den Betriebsrat oder Arbeitgeber zu formulieren, und bereitet relevante Antraege vor.
Was ist der Unterschied zwischen Mobbing und Bossing?
Bossing bezeichnet Mobbing durch Vorgesetzte. Rechtlich gelten dieselben Grundsaetze wie beim Mobbing unter Kollegen, allerdings kann beim Bossing ein Anspruch auf Versetzung oder Freistellung entstehen. Bossing-Vorfaelle haben besonderes Gewicht vor dem Arbeitsgericht.

Kostenlos starten
Werden Sie gemobbt? Schildern Sie uplaw.ai Ihre Situation.
Kein Konto erforderlich. uplaw.ai hilft Ihnen, Beschwerden zu formulieren.

